Schwache HII-Regionen im 5"-Astrographen - Astrodeepsky

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Schwache HII-Regionen im 5"-Astrographen
Was leistet ein 5-Zoll-Astrograph mit 430mm Brennweite und einer guten Farbfilter-Astrokamera bei „überschaubaren“ Belichtungszeiten von 2 bis maximal 5 Stunden unter einem dunklen Himmel? Um das herauszufinden hatte ich mir lichtschwächere, teilweise recht wenig besuchte H-alpha-Regionen im „Großraum“ des Sternbildes Schwan ausgesucht und bei meinem Astrourlaub 2014 abgelichtet.
1. Ausrüstung
– Astrograph Takahashi Epsilon 130D (430mm/F3.3)
– Farbfilter-Astrokamera QSI583wsg (mit Astronomik RGB-Filtersatz und 12nm H-alpha-Filter)
– Montierung iOptron iEQ45
2. Beobachtungsbedingungen
Vom 24.09.2014 bis zum 01.10.2014 war ich im Alpenhof auf der Emberger Alm und konnte die insgesamt guten Bobachtungsbedingungen und die hervorragende Infrastruktur anlässlich des 30. Internationalen Teleskoptreffens nutzen, um die ausgewählten Objekte zu fotographieren. Mein Reisebericht mit einer detaillierten Beschreibung der Bedingungen während dieses Astrourlaubs ist hier zu finden.
3. Objektliste
Sharpless101 (Tulpennebel), Sharpless132 (Drachennebel), NGC6960, NGC6992/5 & IC1340 (Cirrus-Nebel), Sharpless86 (NGC6820), Sharpless119
Anmerkung: Die Aufnahme vom östlichen Teil des Cirrus-Nebels (NGC6992/5 & IC1340) entstand auf dem 4. WHAT in Gülpe im Westhavelland am 29.08.2014.
4. Bildbearbeitung
Rohdatenkalibrierung (Bias, Dark, Flat), Astrometrie, Photometrie und Ausgabe im Tiff-Format in Theli (Norden ist oben)
Einmischung des H-alpha-Signals in den Rot-Kanal in Theli (Faktor Omega = 4)
Erstellung der RGBs in Fitswork
Erstellung von L-RGBs in Fitswork mit H-alpha als Luminanz-Kanal
Sternabbildungen verkleinern mit PixInsight (bei Bedarf)
Histogrammanpassung in Photoshop
Zuschnitt und Umwandlung in JPEG in ACDSee
5. Fazit
Der Sharpless-Katalog nennt für die Helligkeit der gelisteten Objekte drei Stufen: hell, mittel und schwach. Von den hier beschriebenen Objekten ist lediglich Sharpless119 als „hell“ eingestuft, alle anderen sind „mittel“. Der Cirrus-Nebel ist sehr groß und hat mittlere und schwache Bereiche. Die Aufnahmen in diesem Bericht zeigen, dass Sharpless-Objekte „mittlerer“ Helligkeit mit einem 5-Zoll-Astrographen gut und detailliert darstellbar sind, insbesondere wenn die Rohdaten unter guten Beobachtungsbedingungen gewonnen werden können. Dabei ist eine Belichtungszeit von rund drei bis vier Stunden völlig ausreichend. Unter welchen Bedingungen sich „schwache“ Sharpless-Objekte mit einem 5-Zöller darstellen lassen, werde ich bei nächster Gelegenheit ermitteln.

Für eine höhere Auflösung bitte auf das jeweilige Bild klicken!

Sharpless 101 (Tulpennebel) rechts im Bild und Umgebung

Sternbild: Cygnus
Belichtung: je 8 x 300 s RGB und 15 x 600 s H-alpha
Gesamt: 4,5 Stunden

Sharpless 132 (Drachennebel) – Ich sehe eher einen Pudel, der mit dem Schwanz wedelt!

Sternbild: Cepheus
Belichtung: je 5 x 300 s RGB und 10 x 600 s H-alpha
Gesamt: 2,9 Stunden
NGC6960, der westliche Teil des Cirrusnebels, ergänzt um den östlichen Teil des Nebels NGC6992/5 und IC1340 (Aufnahme vom 29.08.2014 auf dem 4. WHAT)

Sternbild: Cygnus
Westlicher Teil:
Belichtung: je 5 x 300 s RGB und 9 x 600 s H-alpha
Gesamt: 2,8 Stunden

Östlicher Teil:
Belichtung: je 5 x 300 s RGB und 6 x 600 s H-alpha
Gesamt: 2,3 Stunden
Sharpless86 (NGC6820) mit dem eingelagerten offenen Sternhaufen NGC6823

Sternbild: Vulpecula
Belichtung: je 5 x 300 s RGB und 12 x 600 s H-alpha
Gesamt: 3,3 Stunden

Sharpless119 im Schwan, etwa 3 Grad östlich vom Nordamerikanebel

Sternbild: Cygnus
Belichtung: je 8 x 300 s RGB und 15 x 600 s H-alpha
Gesamt: 4,5 Stunden

Dieser Bericht als pdF-download

Osnabrück, im Dezember 2014
Gerd Althoff
27.10.2019
Gerd Althoff
info@astrodeepsky.de
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